Wenn sich Geschichtsinteressierte mit der 1000-jährigen Geschichte mitteldeutscher Städte wie Leipzig, Merseburg, Halle und Magdeburg befassen, kommen sie an einer bedeutenden Persönlichkeit nicht vorbei – an Bischof Thietmar von Merseburg.

 

Erzogen an der Magdeburger Domschule, nahm er auf dem halleschen Giebichenstein dem damaligen Erzbischof Tagino 1012 die Sterbesakramente ab, bevor er 1015 den Grundstein für seinen Merseburger Dom legte, das Wirken der ottonischen Herrscherdynastie beschrieb und die wichtigsten Ereignisse von der iberischen Halbinsel bis zum Kiewer Rus zu Beginn des 11. Jahrhunderts seiner Chronik dokumentierte.

Die Verbindung der mitteldeutschen Städte sowie die Wurzeln des im frühen Mittelalter beginnenden europäischen Einigungsprozesses werden bis heute von den alles verbindenden Flüssen getragen. Thietmars Flussreise wird zum Geschichts- und Kulturträger, schafft damit Identifikation der Einwohner mit ihrer Heimat.

Werden Sie Teil des Geschehens!



Die Bauwerke entlang der Straße der Romanik sind mehr als Kulisse. Denn vom Wasser aus sichtbar, entfalten Zeitzeugen 1000-jähriger Architektur ihre magische Kraft. Geht hinein in diese Kapellen, Klöster, Kirchen und Dome - und lasst ihre Spiritualität auf euch wirken.

 

Alles ist im Fluss.

 

Wenn ein blaues Segel näher kommt, kann es nur die „Askania“ sein. Mehrere Male brach Bischof Thietmar mit seinen engsten Vertrauten in Merseburg auf, um die gefahrvolle Reise gen Magdeburg zu wagen. Eile tat not, denn Kaiser und Erzbischof brauchten seine Dienste.


Das irdische Leben des Kirchenfürsten vollendete sich im Dezember des Jahres 1018. Und doch  verlässt Bischof Thietmar  2020 immer wieder als sehr lebendiger Geschichtenerzähler seine starre Welt aus modernden Steinen und vergilbten Pergamenten.

Folgen Sie den Spuren des Bischofs entlang der Saale!



So wie Thietmar in seiner Chronik Dichtung und Wahrheit verband, lassen wir die Stimme des Bischofs aus Gewölben sakraler Gebäude, in der Abenddämmerung am Fluss oder als Traumgesang zur nächtlichen Stunde erklingen .


Es beginnt eine Zeitreise in das Jahr 1021.

 

Der von Bischof Thietmar im Jahre 1015 begonnene Dombau ist vollendet. Gott - der Herr - hat seinen geistigen Schöpfer, Grundsteinleger und Bauherren, den Bischof Thietmar zu sich berufen. Der Merseburger Chronist und Kirchenfürst hat sein steinernes Werk nie mit eigenen Augen betrachten können.

Dennoch bereitet sich die bischöfliche Residenz auf ein prachtvolles Fest vor - die Weihe des Merseburger Kaiserdoms. Kaiser Heinrich II selbst und seine Gemahlin Kunigunde haben sich für die Zeremonie der Weihe angesagt. Und weitere gekrönte Häupter aus Sachsen, Böhmen und dem Reiche der Polanen machen sich auf die Reise an die Saale.

In der alten Kaiserstadt Magdeburg indessen legt am Fuße des Doms das Bischofsschiff ab. An Bord erkennt man eine geheimnisvolle Gestalt: ausgestattet mit der Macht des Feuers, mit der Kraft des Wassers und dem Reichtum der Erde - ein Wanderer zwischen den Welten ...

Darstellung des Thietmars im Merseburger Dom Darstellung des Thietmars im Merseburger Dom
T-Initiale mit eigenhändigem Eintrag Bischof Thietmars T-Initiale mit eigenhändigem Eintrag Bischof Thietmars
Das Krönungsbild Heinrich II. aus dem Regensburger Sakramentar mit der Heiligen Lanze Das Krönungsbild Heinrich II. aus dem Regensburger Sakramentar mit der Heiligen Lanze