Vom 5. bis 13. Juli 2019 wird Thietmar, Chronist der Ottonischen Herrscherdynastie, ein lebendiges Denkmal gesetzt. Mit einem Team aus Mittelalteraktivisten, jungen Geschichtsforschern und Darstellern aus Polen, Syrien und Eritrea wird Thietmar als Zeitreisender und Friedensmahner seine 1000-jährige Chronik dem breiten Publikum öffnen.

Bei einem Geschichtsabenteuer an den Ufern der Saale dabei sein.



Über 60 Flusskilometer und an 5 Orten kann ein jeder entlang der Gesamtroute die Flussfahrt des Bischofs Thietmar auf dem historischen Flusssegler „Askania“ mit verfolgen. Von der Domstadt Merseburg bis Alsleben erleben die Gäste Thietmars Gefolge auf Volksfesten und Geschichtsinszenierungen.


Was speisten der Kirchenfürst, seine polnischen Widersacher Boleslaw und Mieszko oder der geheimnisvolle Gesandte ibn Yaqoub? Welche Alltagsdinge taten sie auf Reisen, wovor fürchteten sie sich und welches Ziel hatte ihre abenteuerliche Flussreise? Ob die Besucher der Unterhaltung im Zelt des Bischofs lauschen, dem Schmied Tassilo beim Entstehen der Lanzenkopie zuschauen oder den Mundschenk Philippus nach dem Ottonentrunk fragen – jede Etappe ist somit Geschichte zum Anfassen für die ganze Familie.

Merseburg. Halle. Wettin. Alsleben. Orte frühmittelalterlicher Besiedlung und romanischer Baukunst



Mit kurzweiligen Geschichtsinszenierungen, einer spannenden Episode aus seiner Chronik und einem abendlichen Konzert werden Bischof Thietmar und sein Gefolge das heimische Publikum und weitgereiste Gäste an diesen Orten faszinieren.

 

Einen besonderen Platz nimmt im Jahr 2019 die geschichtliche Bildungsarbeit ein. Im Rahmen der Flussreise organisiert ein Bündnis aus der Gemeinschaftsschule Heinrich Heine aus Halle, der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft und dem Hallischen Hanseverein e.V. eine internationale Geschichtswerkstatt, in der ein Schülerwettbewerb eingebunden wurde.

 

Vieles, was die Zuschauer an gespielter Geschichte zu sehen bekommen, sind Ideen und Schlussfolgerungen sachsen-anhaltischer Schüler. Mit ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb „Hier bei uns vor 1000 Jahren“ gestalteten sie maßgeblich den dramaturgischen Ablauf der Flussreise. Besonders ließen sie sich von einem Ereignis inspirieren, das als das „Tanzwunder von Kölbigk“ in die Geschichte einging und beinahe auch in die Chronik des Bischofs Erwähnung gefunden hätte.

Die Flusslandschaft 650 Jahre später  |  Stiche von Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650) Die Flusslandschaft 650 Jahre später | Stiche von Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650)
Das geschichtstouristische Ereignis „Thietmars Flussreise“ ist ein mehrjähriger Veranstaltungszyklus. Er begann 2015, dem Jahr der 1000-jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung des Merseburger Doms. Der Zyklus findet seinen Abschluss 2021, genau 1000 Jahre nach der Weihe des Merseburgers Doms durch Heinrich II..
Thietmar zieht zum Merseburger Dom. Thietmar zieht zum Merseburger Dom.
Historischer Flusssegler „Askania“ Historischer Flusssegler „Askania“
Thomas Kirchhoff als Bischof Thietmar Thomas Kirchhoff als Bischof Thietmar
Das Modell des Merseburger Domes zeigt den Zustand des Bauwerkes Ende des 11. Jahrhunderts Das Modell des Merseburger Domes zeigt den Zustand des Bauwerkes Ende des 11. Jahrhunderts